Künstler/Innen

Moll Carl

Wien * 1861 - Wien † 1945

Carl Moll wurde 1861 als Sohn des Julius, Kassabeamter der Nationalbibliothek, und der Bäckerstochter Rosina in Wien geboren. Carl Molls Mutter förderte das malerische Talent des Sohnes nach dem frühen Ablebens des Vaters. Zunächst bekam er Privatunterricht bei Carl Haunold, später an der Akademie bei Christian Griepenkerl.

Nach nur einem Jahr trat er als Privatschüler in das Atelier Emil Jakob Schindlers ein. Von dem Meister und seinen älteren Mitschülerinnen im Atelier, Marie Egner und Olga Wisinger-Florian, wurde Moll in die Plein-Air-Malerei eingewiesen, die er in weiterer Folge auf die für ihn typische und unverkennbare Weise einsetzte und interpretierte. Ausgehend vom Stimmungsimpressionismus wandte er sich der secessionistischen Malweise zu. Eine pastellige Farbpalette ist kennzeichnend für diese Zeit.

Sein weiteres Schicksal war in der Folge auch im privaten wie beruflichen Bereich war Molls weiteres Schicksal eng mit dem berühmten Stimmungsimpressionisten Schindler und dessen Familie verwoben. Drei Jahre nach dem verfrühten Ableben des Meisters heiratete Carl Moll dessen Witwe Anna und wurde somit Stiefvater von Alma, spätere Mahler.

Moll war 1897 Mitbegründer der Wiener Secession und organisierte wichtige Ausstellungen. Er förderte und unterstützte junge Kollegen und war künstlerischer Leiter der legendären Galerie Miethke. 1931 erhielt er die Große Goldene Staatsmedaille und die Ehrenbürgerschaft der Stadt Wien.

Moll gehörte auch zu jenen, die die Gründung der Modernen Galerie, heute Österreichische Galerie Belvedere, betrieben, was 1903 gelang. Mit der Klimtgruppe verließ er 1905 die Secession und förderte die Gruppe als künstlerischer Leiter der Galerie Miethke, in der er bis 1912 mehrere Ausstellungen ausländischer Künstler organisierte, sich für das Ausstellen der Arbeiten von Künstlerinnen einsetzte und Werke von Vincent van Gogh nach Wien brachte, denen damals weitgehend ablehnend begegnet wurde.

Anschließend widmete er sich wieder verstärkt der Malerei, blieb aber auch als Kunsthändler aktiv. 1930 kehrte er in die Secession zurück, die zu seinem 70. Geburtstag 1931 eine große Ausstellung veranstaltete. Moll war auch als Kunstschriftsteller tätig, sein wichtigstes Werk ist wohl die 1930 erschienene Biographie von Emil Jakob Schindler. Moll förderte Oskar Kokoschka und sein Werk und veranstaltete 1937 zu dessen 50. Geburtstag im Österreichischen Museum für Kunst und Industrie (heute Österreichisches Museum für angewandte Kunst) eine Ausstellung - zu einem Zeitpunkt als Kokoschka in Deutschland bereits als “entarteter Künstler“ galt. Carl Moll verstarb 1945 in Wien.