Künstler/Innen

Hoke Giselbert

Warnsdorf (Tschechische Republik) *1927 - †2015 Klagenfurt

Giselbert Hoke wurde 1927 im nordböhmischen Warnsdorf geboren. 1945 übersiedelten die Eltern auf nach St. Marxen bei Kühnsdorf in Kärnten und ab 1946 in das Schloss Wolfsberg im Lavanttal. Giselbert Hoke interessierte sich früh für das Schmiedehandwerk, allerdings wurde er am Ende des zweiten Weltkrieges so schwer verwundet, dass er mit nur 17 Jahren seinen rechten Arm verlor.

Auf Lazarett und Kriegsgefangenschaft folgte die Ablegung der Matura und der Eintritt in die Akademie der bildenden Künste in Wien, wo Hoke u. a. bei Robin C. Andersen und Herbert Boeckl studierte. Dort begegnete er auch Lehmden, Hrdlicka und Hundertwasser. Mit der gleichen Leidenschaft, die ihn zuvor zur Schmiedekunst gezogen hatte, begann er nun seinen eigenen künstlerischen Weg und schuf große Bildformate.

1949 gewann Hoke den Wettbewerb für die Gestaltung der Fresken am Klagenfurter Hauptbahnhof. Die vom kubistischen Werk Picassos geprägten Wandmalereien lösten 1956 den ersten Kunstskandal der zweiten Republik aus – Hoke wurde schlagartig bekannt, jedoch massiv von den aufgebrachten Bürgern angefeindet. Heute stehen die Fresken unter Denkmalschutz und gelten als „bedeutendes Beispiel der österreichischen Monumentalmalerei nach 1945“.

Giselbert Hoke zog sich daraufhin nach Wien zurück, 1953/54 arbeitete er mit einem Stipemdium des französischen Staates in Paris. 1962 kam er zurück nach Kärnten und erwarb das Schloss Saager, das er restaurierte und um ein „Werkhaus“ mit Werkstätten für Email- und Glasarbeiten erweiterte.

In Folge des Skandals erhielt er viele weitere Aufträge: für Glaswände an der Universität Wien, Fresken im Stift Rein bei Graz, und einen „Sonnenturm“ am Autobahnrastplatz Twimberg. Ab 1958 arbeitete Hoke immer öfter in Glas, so entstanden auch Glaswände für die Verabschiedungshalle in Klagenfurt und St. Florian in Wien. Ab 1973 war Hoke Mitglied der Sezession Graz und 1974 wurde er als Universitätsprofessor an die Fakultät für Architektur der Technischen Universität Graz berufen und mit der Leitung des Instituts für künstlerische Gestaltung beauftragt, das er bis zu seiner Emeritierung 1995 leitete.

Im Mittelpunkt von Hokes vielschichtigem Werk, das auch Lithografien, Tapisseriemalerei und Architektur umfasste, standen vor allem Frauenakte und Landschaften. Reiseziele waren Spanien, Peru und die Toskana. In Giselbert Hokes letztem Lebensjahrzehnt reduzierten sich seine Bilder auf das Wesentliche, wurden zu reiner Malerei. In seinem letzten Werkzyklus „Nada“ hatte er sich ganz dem großen Nichts, der großen Leere, verschrieben. Zahlreiche Monografien über Hoke sind erschienen. Er war zwei Mal verheiratet, hatte 5 Kinder und verstarb 2015 in Klagenfurt.